Tag 3 - Taunustaler Xmas Höhenmeter Battle

26. Dezember 2025

Tag 3 - Taunustaler Xmas Höhenmeter Battle

Draußen, irgendwo zwischen Frostbeulen und Lebensweisheiten.

Während viele am dritten Weihnachtstag noch versuchten, die letzte Gabel Kartoffelsalat zu rechtfertigen, drehte draußen ein anderes Spektakel seine Runden: der 3. Tag im Taunustaler Xmas Höhenmeter Battle – ein Tag, der in die Annalen eingehen wird als „Je kälter die Luft, desto heißer die Beine“.

Lange Zeit sah es so aus, als würde Philipp Sulzer den Tag für sich entscheiden. Früh unterwegs, zielstrebig, mit einer geradezu stoischen Hingabe an den Turmberg. Wer dort heute zufällig vorbeikam, konnte ihn praktisch im Dauerbetrieb beobachten. Vierzig Mal rauf, vierzig Mal runter – eine Leistung, die weniger nach Training und mehr nach persönlicher Beziehung zu diesem Anstieg aussah. Die Local-Legend dürfte ihm damit sicher sein.

Doch am Ende bekam der Tag noch einmal eine eigene Dramaturgie. "Auf und Davon" setzte mit einer schier unglaublichen Ausdauerleistung das Ausrufezeichen des Tages. Zehn Stunden war er unterwegs, sammelte Höhenmeter in einem fast meditativen Kreis um Walsdorf und wechselte zwischendurch sogar das Rad, weil erst das Gravel und dann der Akku kapitulierten. Unbeeindruckt davon fuhr er die letzten Höhenmeter mit dem Mountainbike zu Ende – ganz im Sinne des Battle-Mottos: draußen, aus eigener Kraft, egal wie.

Bei den Frauen zeigte Elodie, dass sich sportlicher Ehrgeiz und kulinarische Ziele nicht ausschließen müssen. Ihre Fahrt zum Raclette nach Achern war lang, höhenreich und erfolgreich – und brachte ihr nicht nur geschmolzenen Käse, sondern auch den Tagessieg ein. Manchmal ist der Weg zum Essen eben besonders steil.

Tagessieger / Tagessiegerin:

🥇 Männer:
Auf und Davon 👋 – der Mann des Tages!
Mit einer absolut irre starken Leistung von 5.116 Höhenmetern – und das innerhalb von 10 Stunden – bewegte er sich zwar in einem eher lokalen Kreis um Walsdorf, aber was für ein Kreis! Hut ab! Big-Loop-Energy pur.

🥇 Frauen:
Elodie setzte ihre ganz eigene Raclette-Strategie erfolgreich um: 158 km entfernt, 2.235 Höhenmeter am Stück – und anschließend vermutlich ein wohlverdientes Käse-Festmahl.

Insgesamt wurden am dritten Battletag 93.707 Höhenmeter erklommen! Schon bisschen irre, oder?!
Es zeigt eins: Die Motivation es sich richtig dreggisch zu geben hält weiter an und der Spielbetrieb läuft auf vollen Touren.

Zu Fuß unterwegs: Trail-Helden des Tages
Während auf den Rädern geschaltet, geplant und improvisiert wurde, zeigten die Läuferinnen und Läufer erneut, dass Höhenmeter nicht zwingend Rollen brauchen.

👉 Lüder Schulz-Nigman:
Auf nur 9 km, aber mit unfassbarer Effizienz, sicherte er sich mit seiner Laufleistung den Tagessieg mit 1.006 hm bei den Läufern. Ein kurzer, aber steiler Spaziergang durch eine winterliche Märchenlandschaft.

👉 Kerstin Domachowski:
Bei knalligen −7 °C trailte sie heute durch den Taunus  und legte neben vielen Kilometern auch 1.003 hm zurück– quasi eine saubere Mischung aus Bergläuferin und Frostbeulen-Champion. Respekt!

Anekdoten, Ohrwürmer und mentale Grenzerfahrungen
Der dritte Tag lieferte wieder reichlich Geschichten – und genau die machen dieses Battle aus. Jochen Nieratschker etwa parkte seinen Bus samt Proviant strategisch im Zentrum von Weilmünster und fuhr anschließend alle relevanten Anstiege mehrfach an. Am Ende des Tages war er so weit vom Auto entfernt, dass einfach Aufhören schlicht keine Option war.

Spätestens wenn das Garmin-Radar leer ist, das Hirn beginnt, Popsongs umzudichten, und man bergauf in Schlangenlinien Scooter-Texte singt, weiß man: Man ist angekommen. Nicht am Ziel – sondern im Battle.

Währenddessen sammelte Milan auf Teneriffa fleißig Höhenmeter. Familienfrei, motiviert und mit satten Anstiegen auf der Kanareninsel unterwegs, dürfte er dort für einige fragende Blicke gesorgt haben. Was die Spanier davon halten? Vermutlich nichts – aber die Höhenmeter zählen trotzdem.

Und irgendwo zwischen all dem summte es wieder leise in vielen Köpfen:
„Wenn ich schlafe, ja, dann träume ich – im Ranking, oh wie cool, da führe ich.“
Ein Traum, der nach drei Tagen für einige greifbar nah ist.

Blick auf die Gesamtwertung
Nach drei Tagen zeigt die Gesamtrangliste vor allem eines:
Es ist eng. Sehr eng.

An der Spitze bei den Männern liegen mehrere Fahrer so dicht beieinander, dass jeder zusätzliche Anstieg, jede extra Rampe und jeder Umweg plötzlich entscheidend wird. Niemand kann sich ausruhen, niemand kann taktisch „einen Tag schleifen lassen“. Wer hier führen will, muss weiter sammeln.

Auch bei den Frauen zeichnet sich ein klares Bild ab: vorne konstant, dahinter lauernd, und insgesamt auf einem Niveau, das deutlich macht, dass dieses Battle längst mehr ist als ein netter Weihnachtszeitvertreib.

Nach drei Tagen sind bereits 286.455 hm im Sack. Das ist wahre Teamleistung, bei der jeder seinen Beitrag gibt. Sowas schafft man nicht als Solist, egal wie dick die Beine sind! Zum Vergleich, das ist bereits mehr als 32 Mal den Everest zu besteigen.

Wir verzeichnen nicht nur Höhenmeterrekorde sondern auch einen Teilnehmer:innen Rekord! 195 Höhenmetersammelnde sind angemeldet und davon waren schon 162 unterwegs. Uns als Orgateam geht da das Herz auf und wir sind dankbar für so viel Beteiligung - Eine echte Wertschätzung dessen, was wir als Basis auf die Beine gestellt haben und ihr mit Leben füllt.

Der dritte Battletag war kälter, länger und mental mindestens genauso fordernd, wie die Tage zuvor. Er brachte große Leistungen, kleine Dramen, leere Akkus und volle Höhenmeterkonten.
Während andere sich am Abend über Kekskrümel auf dem Sofa beklagten, draußen die Temperaturen weiter fielen, stieg im Feld vor allem eines: der Ehrgeiz.

Oder, um es mit einem Taunustaler Lied zu sagen:
„Distanz & Pace egal, das ist doch klar – ich will mehr Höhenmeter als im letzten Jahr!“

Tag vier kann kommen.

Eure TaTa-Orga

26. Dezember 2025